le Limonaie

Die Zitronengärten von Limone

Die aus China und Indien stammenden Zitrusfrüchte wurden von den Arabern in Europa um das Jahr Eintausend eingeführt. Im XIII. Jahrhundert brachten Mönche des Klosters des hl. Franziskus in Gargnano die ersten Früchte von der ligurischen Riviera zum Gardasee.

Bestimmt werden diese in Limone schon seit dem Anfang des
17. Jahrhunderts angebaut. Mit der Ankunft der Familie Bettoni in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden die ersten Zitronenplantagen für den Handel, die bis dato armen Wirtschaft von Limone einen unvorhergesehenen Auftrieb geben sollten.

Goethe und die Zitronen

Die Beschreibung der Zitronengärten von Limone ist berühmt geworden durch Goethe.

In seiner Italienischen Reise beschreibt er diese Gärten, sie wurden dadurch in der Weltliteratur bekannt.

“der Morgen war herrlich, zwar wolkig, doch bei der Dämmerung still. Wir führen bei Limone vorbei, dessen Berggärten, terrassenweise angelegt und mit Zitronenbäumen bepflanzt, ein reiches und reinliches Ansehn geben….”

Wichtige Voraussetzungen für den Anbau der Zitronenplantagen, im italienischen “Limonaia” und im einheimischen Dialekt als Sardi bezeichnet, sind die Präsenz eines Wildbaches, ein gut vor Wind geschütztes Tal mit sanft abfallenden Hügeln sowie die Nähe des Gardasees.

Die auf mehreren Terrassen (Coĺe) angelegten und über Steintreppen miteinander verbundenen Gärten konnten von recht unterschiedlicher Grösse sein. Diese Plantagen werden 3 seitig von massiven Mauern geschützt, von Osten und Südosten ist die Sonneneinstrahlung aber gewährleistet..Das Casello ( Casel) liegt in der Mitte, in dem werden die Planen und Netze zur Abdeckung der Plantage aufbewahrt.

Die Zitrone, Pflanze wie auch Frucht, leidet wenn die Temperatur an die Null Grad geht. Es bleibt keine andere Lösung als Feuer anzulegen.

Die Zitronen wurden klassifiziert in fine, sopraffine, scarto, scartarello, cascaticcio.

Die Zitronen der ersten drei Klassen wurden ins Ausland transportiert, die letzteren Klasssen verließen Italien bzw. die Region nicht einmal.

Das Obst wurde in Papier verpackt und in Holzkisten gelagert. Jede Kiste enthielt zwischen 500 und 1000 Zitronen. Besondere Umsicht war mit dem Transport verbunden, um die Früchte nicht zu beschädigen.

Ab dem 17. Jahrhundert war das Seeufer im Norden von Salo‘ das nördlichste Anbaugebiet für Zitrusfrüchte der ganzen Welt. Zitronen sind bekannt für Ihre medizinischen Qualitäten, dazu kam die Feinheit und Leuchtkraft der Schale und die runde Form – die Zitronen des Gardasees erreichten mehr Beliebtheitsgrad als Zitronen aus anderen Gegenden Italiens.

Für jede Pflanze der Plantage steht eine 16 bis 20 qm grosse Fläche zur Verfügung, Campo genannt.

Die Anzahl der Flächen machen die Grösse der Plantagen aus. Der Boden muss umgegraben werden, ohne Unkraut und Gras sein, die Pflanzen müssen geschnitten, gedüngt, bewässert und abgedeckt sein.

 

Ernte

die Zironen wurden mit Hilfe von Leitern und dreibeinigen Gestellen gepflückt und in Tierfelle gelegt. Danach wurden Sie nach Grösse in die verschiedenen Klassen geteilt und verpackt.

Die Zitronengärten sind ein einzigartiges Patrimonium der Kultur und des Landschaftsbildes, das auch heute noch von einer Zeit der Mühe und Arbeit berichtet.

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Zitronen blühen mehrmals im Jahr. Die erste Blüte im Mai gefolgt von einer weniger starken Blüte im Sommer und Herbst. Die Früchte im Mai sind nicht sehr rund, und haben eine rauhe Schale und sind qualitativ besser als die nachfolgenden Früchte. Normalerweise geht die Blüte und Ernte bis Oktober.Eine Pflanze liefert im Schnitt 500 bis 600 Zitronen in den Monaten Mai und Juni.

Das Gewächshaus Limonaia del Catel in Limone sul Garda ist täglich im Sommer geöffnet. Im nördlichen Teil des Gardasees gibt es noch zwei weitere Einrichtungen. Viele dieser Felder sind noch produktiv, sie wurden vor ca. zwanzig Jahren wieder instand gesetzt.

Quelle: Comune di Limone sul Garda